Informationen zum Konstanzer Arbeitskreis

Entstehung und Geschichte - Teil 2 von 2

Vom 30. Oktober 1951 bis zum Februar 2001 fanden in Konstanz in der Regel sechsmal jährlich jeweils an einem Samstagnachmittag Arbeitssitzungen mit wissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionen statt. Die Einrichtung der Samstagssitzungen wurde 1964 auch auf Hessen übertragen. Hier wechselt der Ort der Arbeitssitzungen zwischen den Universitätsstädten Frankfurt/Main, Gießen und Marburg, in der Regel finden sie dreimal je Semester statt. Die Koordination der hessischen Sitzungen liegt in der Hand des jeweiligen Marburger Lehrstuhlinhabers bzw. der Lehrstuhlinhaberin.

Bereits seit Oktober 1952 veranstaltete Theodor Mayer zusätzlich zu den ursprünglich allein vorgesehenen Konstanzer Sitzungen zweimal jährlich mehrtägige Arbeitstagungen. Ihr Ort wechselte zunächst zwischen der Insel Mainau, Schloß Zeil, der Insel Reichenau, Donaueschingen und Lindau, seit 1957 wurde die Insel Reichenau im Bodensee ständiger Tagungsort. Die unter der Bezeichnung „Reichenautagungen“ bekanntgewordenen Arbeitstagungen stehen jeweils unter einem bestimmten Thema, das entweder auf einer einmaligen Tagung oder in einem Tagungszyklus behandelt wird.

Die Ergebnisse der Tagungen werden zunächst in der Form von Protokollen verbreitet, die die Vorträge, meist in Kurzform, und den Diskussionsverlauf enthalten. Einer weiteren wissenschaftlichen Öffentlichkeit werden die Tagungsergebnisse durch ihre Publikation in überarbeiteter und zum Teil erheblich erweiterter Form in der seit 1955 bestehenden Reihe „Vorträge und Forschungen“ des Jan Thorbecke Verlags, jetzt Stuttgart, zugänglich gemacht. Diese Reihe wird ergänzt durch die Reihe „Sonderbände“, in der im Umfeld des Arbeitskreises entstandene Monographien publiziert werden.

Arbeitssitzungen und Arbeitstagungen sind interdisziplinär angelegt. Dem seit Beginn international zusammengesetzten, in jeder Hinsicht heterogenen Kreis der Referenten wie der Teilnehmer gehören neben Mediaevisten im engeren Sinne Vertreter von Archäologie, alter Geschichte, Byzantinistik, Germanistik, Kunstgeschichte, Rechtsgeschichte und Wirtschaftsgeschichte an.

Die Tagungsthemen weisen ein weites inhaltliches Spektrum auf, innerhalb dessen mit landesgeschichtlichen Methoden im Rahmen eines sich ständig erweiternden Begriffes von Verfassungsgeschichte systematisch geforscht wird. In den letzten Jahrzehnten werden aktuelle Fragestellungen, so aus den Bereichen der Bildungsgeschichte, der Mentalitätsforschung, der Konfliktregelung und der Frömmigkeitsgeschichte, umfassend mit einbezogen. Die Teilnahme an einer Tagung ist an eine Einladung durch den Veranstalter gebunden.

Teil 1

Datum der letzten Änderung: 18.03.2002

© 2001 Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte e.V. / The Konstanz Association for Medieval History / Association de médiévistes de Constance [KPS].